Mit einem Kuss zum Traummann

Ein bayerisches Märchen über Schuhplatteln und Jugendliebe

Es lebte ganz gemütlich und versteckt ein König namens "Ludwig von Kussimagst" in seinem Schloss im Bayrischen Wald.
Man hörte ihn Tag ein Tag aus über die Hügel des Bayrischen Waldes hinweg fluchen, weil er sich so über seine Töchter ärgern musste. Keine hatte einen ordentlichen Mann, welcher das königliche Anwesen übernehmen sollte. Drei Töchter. Eine fürchterlicher und abscheulicher wie die Andere. Doch eine von den Dreien hebte sich auffallend ab. Ein Lächeln so charmant, Holz vor der Hütte wie ein Gigant und rote Lippen, wie manch Kirsche im Schlossgarten. Sie war so schön, dass die Kutscher, als sie auf dem Balkon des Schlosses stand, in den Graben fuhren und sich den Hals ausrenkten. Ein Bild von einer Frau, wie es sich manch Junggeselle wünschen würde. Das ist "Zenz von Kussimagst".
Zenz war sehr verspielt. Sie hatte ein Spielzeug, wovon sie einfach nicht lassen konnte. Sie liebte die Länge, sie liebte das Gefühl es in den Händen zu halten und von allen Dingen liebte sie die Breite dieses wunderbaren Spielzeugs. Sie lachte, sie keuchte und juchzte jedes Mal, wenn sie mit dem Spielzeug spielte. Ein Weißbierstutzen, das war ihr liebstes Ding.

Eines Tages, den 06.07.1806, ging sie in den Schlossgarten um am Brunnen damit zu spielen. Sie warf den Stutzen auf, sie warf den Stutzen ab und plötzlich stolperte sie und der Weißbierstutzen fiel in den Brunnen. Sie weinte und schluchzte fürchterlich. Sie konnte es nicht fassen, dass ihr liebstes Spielzeug im tiefen Brunnen versunken war. Plötzlich hörte sie auf zu weinen, da sie ein merkwürdiges Geräusch neben ihrem rechten Ohr wahrnahm. Ein Geräusch sondersgleichen. Dieses Geräusch hörte sie bisher immer nur von ihrem Vater, als er sturzbetrunken vom Huawawirt nach Hause kam. Sie drehte sich zur Seite und fand einen jodelnden Frosch vor. "Ein jodelnder Frosch?", dachte sich Zenz, das muss eine bahnbrechende Erfindung des neuen Zeitalters sein, von welchem alle redeten. Der Frosch sprach zu Zenz: "I bin da Lois und do bin i dahoam. Soll i dir ebba deinen Stutzen wieder herauftauchen?". Da war Zenz total überrascht, dass der Frosch neben jodeln auch noch der bayrischen Sprache mächtig war und fragte ihn: "Wos mechast denn dafür, dassd ma mein Weißbierstutzen wieder heraufholst?" Der Frosch antwortete: "Einen Kuss von deinen wunderbaren kirschroten Lippen, Prinzessin Zenz von Kussimagst, das ist das einzige, das ich fordere." Gut abgemacht, antwortete Zenz und der Frosch tauchte und holte den Weißbierstutzen aus dem tiefen Brunnen herauf. Als der Frosch samt dem Weizenstutzen wieder auf den Rand des Brunnens kletterte, freute sich Zenz sehr und setzte zum Einlösen des Versprechens an. Dabei sausten ihre kirschroten Lippen in Richtung Frosch, bis sie aufeinander trafen. Auf einmal verdunkelte sich der Himmel, die Vögel hörten auf zu zwitschern und die Äste aller Kirschbäume des Schlossgartens bogen sich und schlugen wie Peitschenhiebe in die Luft. Zenz erschrak und öffnete die Augen. Vor ihr stand ein junger Mann, der ihr zujodelte. Ein Mann der Lederhosen trug und im Schein der Sonne schuhplattelte. Ein Mann, wie ihn sich Zenz schon immer gewunschen hatte. Oh Schreck, sie erkannte ihn, ja es war der "Graxnriada Lois", mit dem sie schon in der Grundschule war. Sie fielen sich in die Arme und küssten sich, bis sich der Tag dem Ende neigte.

Nach diesem bayrischen Wunder, welches sich am 06.07.1806 in den königlichen Gärten des "von-Kussimagst" Anwesen ereignete, beschloss das königlich bayrische Amtsgericht samt Ministerialrat Filsmoser diesen Tag als Tag des Kusses, welcher weltweit mit zahlreichen Altweiberbussis gefeiert wird und bis heute besteht.

P.S.: Wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie mit Weißbier, Schweinebraten und Knödel noch heute.

Weitere Bayern-Tipps: